Nun ein kleiner Nachschlag, zur Vervollständigung: Am Samstag hatte ich auf der 3rd Styrian Tattoo & Hotrod Show in Gleisdorf in der schönen Steiermark meinen Termin beim Sebo von Mystery Touch Tattoo. Nachdem ich mich noch mit einer Schnitzelsemmel gestärkt hatte, ging es gegen 17:30 Uhr mit dem zeichnen los. Ein Phönix. Kein so ein Pille-Palle-Paradiesvogel, sondern ein schräger, rockiger, gestandener, bunter Phoenix (ob so mein Patronus aussehen würde?).
Das Tattoo nahm dann recht schnell Form an, wunderschöne schwarze Linien taten sich da auf. So etwa die ersten zwei Stunden (Oberarm und Schulter) war ich schon kurz davor zu sagen “Das hätte ich mir ja schlimmer vorgestellt von den Schmerzen her, das ist ja gar nichts”, dann gings jedoch vorne ans Dekollete und ich dachte mir dann doch, dass es wohl klüger wäre, mir diesen Kommentar zu verkneifen. Eine sehr weise Entscheidung. Irgendwann bei den Schattierungen angekommen fühlte es sich schließlich so an, wie ich es mir vorgestellt hatte, es tat zwar weh, aber alles noch erträglich. Dann eine erste Pause, irgendwann so gegen 21 Uhr. Jetzt fehlte nur noch Farbe! Viel Farbe, so viele schöne bunte Töpfchen voll mit Farbe! Also: weitermachen. Allerdings wehrte sich da jetzt mein Körper dagegen, mit Schmerzen, mit Zittern. Irgendwann wird mir bisschen flau. “Gehts eh noch?” – “Ja ja, ich meld mich scho bevor ich vom Stuhl fall”. Etwa 10 Minuten später kann ich gerade noch “Pause” sagen. “Is dir schwindlig?” – Nicken. Dann weiß ich nichts mehr. Schwarz. Naja, das heißt, ich war wieder an meinem Happy Place der Bewusstlosigkeit, irgendwo, wo es total schön war, manchmal am Strand oder sowas. Und plötzlich ist es total hell, ich sehe wie jemand meine Füße in die Luft hält, und ich muss erst mal rätseln wo ich bin und wieso ich in so einer komischen Position hier liege und mich so viele Leute anstarren. Das war dann so gegen 22.30 Uhr. Nach einer Weile grinse ich -wohl etwas dümmlich – den Sebo an und lalle noch “Na schau, ich hab mich ja zumindest schon noch gemeldet bevor ich vom Stuhl gekippt bin”. So rein technisch betrachtet jedenfalls. Dann wurde ich ganz lieb mit Zuckerwasser, Red Bull, Traubenzucker und einer weiteren Schnitzelsemmel versorgt und das halb-farbig-fertige Tattoo fein abgeklebt. Das siffte und blutete noch ein Weilchen vor sich hin, ich besorgte mir noch Salbe und machte mich auf den Heimweg.
Gestern wandelten sich die gelegentlichen Schmerzblitze schließlich langsam, aber sicher um in ein unerträglich starkes Jucken, und seit gestern Abend juckt es nur noch. Und es schält sich, was nicht sonderlich schön ist, der arme kleine Vogel sieht ein bisschen aus wie frisch aus dem Ei geschlüpft, ganz schleimig und verklebt und zottelig.Aber das passt ja auch zu einem frischen Phönix.
Argh. Das juckt. Ich bräuchte so einen Trichter drumrum, wie man Hunden und Katzen immer auf den Kopf setzt. Aber ich freu mich jedenfalls sehr, wenn der wunderschöne Vogel am 20. September endlich ganz farbig und fertig wird, auf der Tattoo Convention in Ansbach.
Hier noch ein paar Fotos, die ich zum Teil im Netz gefunden habe (in der Kleinen Zeitung, tomig.at, und noch eins von mir):


