Ich habe eine neue Leidenschaft. Ich habe meine alte Gitarre vom Sperrmüll ausgegraben, ihr den Namen Ulli gegeben – und vorgestern hat es so richtig gefunkt. Seitdem sind wir ein Paar! Wie konnte ich nur vorher ohne sie leben, wie konnte ich meine Zeit mit einem schnöden Keyboard, einem eitlen Klavier und einem störrischen Schlagzeug vergeuden? Das macht so unglaublich viel Spaß, es ist die reinste Freude. Ich kann schon drei Lieder aus meinem Die Ärzte-Songbook mitklampfen, außerdem kann ich Stand By Me, und heute habe ich mir schließlich Under The Bridge beigebracht. Und das kann ich nicht nur mitklampfen, sondern schon fast das Intro zupfen! Na gut, ich brauche für das Intro so lang wie normalerweise das ganze Lied dauert, aber das ist Nebensache.
Nur die Fingerkuppen, die sind etwas geschunden. Genauer gesagt, sie fühlen sich derzeit total taub und gleichzeitig überempfindlich an, was das Hausarbeit-Tippen nicht angenehmer macht. Aber was tut man nicht alles für die Kunst!
Und wenn es einmal gar nicht mehr geht, steige ich eben mal einen halben Tag auf mein gutmütiges Didgeridoo um. Mal sehen, welches Lied der morgige Tag bringt. Herrlich! Schön, wenn sich auf meine alten Tage neue Leidenschaften entfachen…
Heute stöbere ich mal wieder in meinem Kästchen der musikalischen Kuriositäten. Ich habe ja so ein kleines Fable für diese seltsame Musik aus den 90ern, Eurodance genannt. Einer meiner absoluten Favoriten: Sandmann’s Dummies Feat. Pitty Platsch & Schnatte-Rienchen – Ach du meine Nase:
Pitti Platsch und Schnatterinchen waren diese lustigen Puppenfiguren aus dem DDR-Kinderfernsehen. Natürlich möchte ich euch den Song (auf meiner geliebten Just the Best Vol. 4) nicht vorenthalten, allerdings gibt es auf YouTube von diesem Meisterwerk nur eine geremixte Version, aber ich denke für einen ersten Eindruck sollte es genügen:
Weil ich mir gerade wieder ausmale, was aus mir geworden wäre, wenn wir nicht wieder aus Österreich weggezogen wären, heute mal ein Austria-Eintrag. Ich wäre sogar in Graz aufs Gymnasium gegangen, Graz, diese tolle Stadt! *seufz* Wer und wie ich dann heute wäre? Hätte ich in Graz studiert? Wär ich mit einem steirischen Traumprinzen verheiratet? Wir wissen ja, Stiererbluat is ka Himbersoft – Und deshalb sag ich jetzt mal, I am from Austria und irgendwann bleib i dann dort!
Doch davor noch schnell ein kleines Österreich-Rätsel – Was ist ein “Damen-Kästchen”?
Ok, mein Musikgeschmack ist für Außenstehende schwer zu greifen. Ich finde Lieder aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen total gut. Da findet sich Eric Satie neben Ska und einer 90er-Jahre-Bravo Hits 6. Und von Zeit zu Zeit kommen neue Lieblingstracks dazu, die wieder aus ganz abstrusen Ecken kommen, in die sich kein normaler Mensch vorwagt, zumindest nicht in alle diese Ecken simultan.
Heute ein Beispiel. Aus dem Abspann von Strange Days von 1995, einem nicht nur aus medienwissenschaftlicher Sicht höchst interessantem Stück Science-Fiction, genauer gesagt aus dem Abspann dieses Films. Peter Gabriel & Deep Forest – While The Earth Sleeps:
Ein paar Trivia am Rande: Die Hauptrolle in Strange Days spielt Ralph Fiennes, der auch aus The English Patient oder Maid in Manhattan (deutscher Titel: Manhattan Love Story) bekannt ist. Man kennt ihn jedenfalls, und nun ja, ob er den Titel Schnittchen verdient hat, bin ich noch nicht ganz einig mit mir selbst, aber irgendwie schnucklig ist er schon. Und was seh ich da auf imdb?? Er spielt LORD VOLDEMORT in den Harry Potter-Filmen. Wa für ein Abtörner! “Hey Baby, ich bin beim Film, willste mit auf nen Kaffee zu mir?” – “Oh beim Film, ja? Was spielst du denn da so?” – “Lord Voldemort.” – “Ach ne Sorry, mir ist äh… grade… öhm… eingefallen ich hab zuhause die Herdplatte angelassen.”
Bevor morgen die Kreuzband-Woche ausgerufen wird, heute nochmal mein derzeitiger Rund-um-die-Uhr-Ohrwurm, den mir mein ehemaliger Lieblingskrieger aus World of Warcraft eingepflanzt hat: O.A.R. – Of A Revolution. Eine College-Rockband aus Rockville (kein Scheiß!), die seit 1996 massenhafte Verbreitung über Campus-Networks und Mundpropaganda gefunden hat. Und die wirklich rocken – mal ein wenig Ska, mal ein Saxophon-Solo, mal ruhig, mal rockig – ich kann vor allem das Doppel-Live-Album 34th & 8th empfehlen, “Black Rock” und “That Was a Crazy Game of Poker” sind nur zwei von vielen musikalischen Perlen auf diesem Album (hier kann man mal ein wenig reinhören). Ein paar Songs aus den Studioalben gibts natürlich auf der MySpace-Seite von O.A.R. – auf jeden Fall mal den Ohrwurm füttern, ich finds super.
Die perfekte Mucke, um in einem alten, quietschgrünen VW-Campingbus zu sitzen, bei strahlendem Sonnenschein und 30 Grad, einen Honigkeks zu essen, eine Surfbetty im Bus dabei zu haben und dem Meer entgegenzudüsen.
Oh ja! Und ich hab ein besonders schönes Exemplar, einen Dual 1019 aus dem Jahre 1969. Sogar mit Rechnung, Bedienungsanleitung und Garantie. Und wisst ihr was das coolste an einem Plattenspieler ist? Egal, welchen Scheiß man rauflegt, es ist immer geiler Scheiß. Als Beweis hier die ersten beiden Platten, die mir vor die Linse kamen:
Ach ja, der einzige Nachteil: Da passt nur ein Lied auf eine Seite… also nach jedem Lied entweder umdrehen oder die Platte wechseln… Ich mach mal wieder das Radio an.
Heute muss ich mal ein ganz außergewöhnliches Spiel erwähnen, das ich gerade genußvoll in mich aufgesogen habe. Ja, man muss er zwar noch ganz altmodisch runterladen und installieren und kann es nicht online spielen – aber das sollte man auf sich nehmen für Synaesthete: Ein Musikspiel, das beim Independent Games Festival schon viel Beifall gefunden und den IGF Award “Best Student Game” abgeräumt hat, und das ganz verdient. Der Rhythmus und das Spiel sind auf wundervolle Weise eins, was einen ganz in die Trance der elektronischen Beats versetzt. Vom Grundprinzip her funktioniert es ansatzweise wie Guitar Hero, nur dass man den Takt als Waffe benutzt und ein kleines eckiges Männchen durch allerlei Räume lotst, um dort nicht weniger eckige und psychedelische (End-)Gegner abzuschießen. Nebenbei gibt es in dieser Lasershow für die Sinne noch allerlei durchgeknallte Special-Moves.
Leider ist das Spiel viel zu schnell vorbei, und selbst der Tricky-Mode auf 45 bpm ist noch nicht Herausforderung genug für einen echten Synästheten. Aber bis dahin hat man erst mal jede Menge Spaß, Flow und fette Beats irgendwo ziwschen House und (Happy) Hardcore.
Es wird wieder einmal Zeit, einen meiner derzeitigen Lieblingsohrwürmer ans Licht zu holen. Wie die Überschrift schon sagt, ist das im Moment unter anderem Nada Surf mit ihrem (naja, nicht wirklich neuem) Album Lucky, das im Februar diesen Jahres veröffentlicht wurde. Wie der Albumtitel schon verspricht, wohnt den Songs allesamt ein kleiner Glücksfaktor inne. Ein Album um Seifenblasen beim Fliegen zuzuschauen oder in einen klaren Sternenhimmel zu starren, für Pusteblumen, um sich rücklings in eine Wiese fallen zu lassen, um von einem Berggipfel oder einem Hochhaus über die Welt zu blicken, um mit Gummistiefeln in eine Pfütze zu springen oder sich mit allen Klamotten in einen strömenden Sommerregen zu stürzen.
Ein Album für die kleinen Freuden des Lebens. Und Labens. Hier könnt Ihr meine fluffigen Ohrwürmer mit mir teilen.
Jaja, ich bin mir sicher, das ist schon total alt, ich total out, und jeder der einigermaßen im Netz up to date ist, kennt das schon. Aber ich kannte es noch nicht! Und ich finde es wundervoll. Ein tolle Parodie! Ein wundervoller Text! Ein Gesamtkunstwerk (ok, nicht das Video, aber die Mucke an sich)! Von der Muse geküsst und dem Orm durchströmt!
Ich finds super. Wenn ich mal irgendwas covere, dann das. Und (eine parodistische Version von) “Mehr Waffen” von Christl Stürmer, aber das ist eine andere Geschichte.
Noch eine Anmerkungam Rande: Generell habe ich von einer universal-globalen Perspektive nichts dagegen einzuwenden, dass Katzen gegessen werden, schließlich ist das ja alles kulturell anerzogen was wir so zu verspeisen gewohnt sind. Die einen essen Katzen, die anderen Lamm, where’s the difference. Nur von meinem persönlichen Standpunkt aus betrachtet sind Katzen eben einfach meine Lieblingsspezies, und zwar ganz und gar nicht im Sinne von “Lieblingsspeise”. Ich bin mir auch bewusst, dass hier asiatische Stereotypen von Alterität aufgegriffen werden, die so nicht zutreffen, aber hey, eine parodistische Herangehensweise an Repräsentationen des ‘Anderen’ ist ja auch nicht die schlechteste.
Jetzt muss ich erst mal die Hintergründe erklären, bevor ich weiter auf diese Frage eingehen kann. Anfang 2004 war ich ja noch ein kleines Praktikantenküken beim damaligen ‘alten’ Fernsehspartensender GIGA. Damals war auch noch Benjy aka Benjamin Bencivinni als Moderator dort. Meine Erinnerung ist ja sehr lückenhaft an diese Zeit, aber irgendwann ging er hinaus in die große weite Welt um ein Rockstar zu werden (oder so ähnlich). Mit seiner damaligen Band Enter the Phoenix – wenn man GIGApedia Glauben schenken darf, denn ich konnte mich zwar noch an irgendwas mit Phönix erinnern, aber den genauen Namen hätte ich jetzt nicht mehr gewusst.
Jedenfalls hat nun seine jetzige Band REPULSED ihr Debutalbum rausgebracht, das da heißt State of Inner Truth:
Nicht dass ich jetzt mit großartigem Musikwissen aufwarten kann, aber ich kann sagen, es rockt. Die etwas hartgesotteneren Ohren sollten sich auf der verlinkten mySpace-Seite mal Rise and Fall oder Blind my Eyes reinziehen, für die eher kuschelrockenden Ohren ist wohl One Last Time das richtige. Ich gestehe ja auch, dass ich letzteren Song saugut finde und oute mich damit als ‘Kuschelrocker’. Aber auch Blind my Eyes gefällt mir sehr gut, um mal meine Ehre zu retten.
Apropos kuscheln: Können Rockstars knuffig sein? Ja. Meine lieben Herren, ‘knuffig’ aus dem Munde einer Frau ist alles andere als abwertend gemeint. Es ist sozusagen eine Möglichkeit, grundsätzliches Wohlgefallen auszudrücken, ohne zu konkret oder speziell zu werden und ohne weitere potentielle Vorgehensweisen zu definieren. Evil Jarred? Knuffig. Bruce Willis? Knuffig. Hugh Jackman? Oh, unglaublich knuffig.
Der Hintergrund dazu: Mein geschätzter Ex-Kollege und Mitblogger Casi hat auf seinem Blog einen Musikcheck zu besagtem Album geschrieben. Mein Kommentar zum Eintrag war “Benjy? Der GIGA-Benjy? Den ich auch noch kannte? Der war knuffig!”. Ich dachte mir da nichts weiter, bis ich heute mal wieder einen Blick auf meine Pinnwand geworfen habe, und einen leider nur halbsichtbaren Eintrag sah: “Knuffig? Ich bin KNUFFIG? Sag das noch mal! Mann. Knuffig. Wie das klingt. Pöh… Ich bin dabei, ein verdammter ROCKSTAR zu wer” und dann war der Eintrag zu Ende. Es wäre aber auf jeden Fall noch interessant geworden, schließlich kam auf den ersten Blick auch das Wort “sexuell” drin vor, aber beim Versuch, den ganzen Eintrag sichtbar zu machen, ist der Teil anscheinend ganz verschwunden.
Ein weiterer Grund, wieso mein Blog im Juni umziehen wird auf crazykaro.de, meine alte Webseite eingestampft und vor allem die unpraktische Pinnwand eliminiert wird. Sie gefällt mir zwar nach wie vor, weil sie so schön chaotisch ist – aber da bekommt man mal von jemandem nach Jahren einen Kommunikationsfunken und kann weder antworten, noch den gesamten Ursprungseintrag lesen. Grummel.
Auf meiner neuen Blogpage wird es keine Bugs geben. Niemals. Nicht einen Fehler. Alles wird perfekt und genauso funktionieren wie ich es mir vorgestellt habe. Und dann werde ich selber Rockstar und reiße die Weltherrschaft an mich.