Endlich, meine 25-seitige Hauptseminararbeit zum Seminar Digitalisierung des Films ist fertig. Titel: Die Game-Engine als Bildermaschine: Machinimas und die Digitalisierung des Filmemachens.

Und 30 Seiten (mit Bibliographie und anderem Schnickschnack) sind doch ein ganz schöner Packen Papier, wie ich festgestellt habe.

Hier noch der Beweis, bevor ich todmüde in mein Bett fallen werden:

Tadaaa!

Warum ist eigentlich in letzter Zeit niemand auf die Idee gekommen, Krabat von Otfried Preußler zu verfilmen? Marco Kreuzpaintner (“Sommersturm”) hats nun getan, und das mit Daniel Brühl und Robert Stadlober, unter anderem. Ok, es hat zwar in den 70ern eine Verfilmung in der DDR gegeben, aber das fällt ja nicht unter “in letzter Zeit”.

Der Stoff ist gut, die Trailer sehen vielversprechend aus – ich bin also gespannt auf diesen deutschen Film, der von der Filmbewertungsstelle das Prädikat “Besonders wertvoll” verliehen bekommen hat. Und der immerhin 8 Millionen Euro Budget gekostet hat. Ab dem 9. Oktober in den deutschen Kinos – und in meinem Heimatkino in Erlangen gibt es sogar eine Vorpremiere mit Regisseur und ein paar Schauspielern (leider nicht Daniel Brühl, denkt sich da manche Erlanger Studentin).

Eigentlich wollte ich – zumindest den Roman – Krabat sabotieren, seit ich in der siebten (ungefähr) Klasse die Stadtausscheidung im Lesewettbewerb wegen Krabat verloren habe. Weil ich zuviel geschauspielert hätte beim Vorlesen, sagte die Jury. Die haben einfach nicht das dramatische Potential von Krabat erkannt, dem man sich schlicht und ergreifend nicht entziehen kann. Ganz im Gegensatz zu mir. Und Marco Kreuzpainter.

Oh nein! Meine allerliebste-Lieblings-DVD-Quelle wird eingestampft! Video Buster hat Amango gekauft, und heute bekamen alle Amango-Kunden diese eMail:

“…leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass AMANGO zum 31. Oktober 2008 seinen Geschäftsbetrieb einstellen wird. Wir bedauern sehr, Sie als geschätzten Kunden über diesen Zeitraum hinaus nicht länger mit Ihren Lieblingsfilmen beliefern zu können.
Bis zu diesem Datum können Sie unseren Service selbstverständlich wie gewohnt nutzen, sich mit Ihren Benutzerdaten einloggen und DVDs leihen.

Sollten Sie Ihr aktuelles Programm nicht vor dem 31. Oktober 2008 kündigen, erfolgt die Kündigung automatisch.

Bitte senden Sie Ihre DVDs nach Ihrer Kündigung bzw. nach dem 31. Oktober 2008 in jedem Fall in dem vorgesehenen AMANGO-Rückumschlag zurück.

Wir danken Ihnen herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen und Ihre Treue.”

We’re dooooomed! DOOOOOOMED! Warum nur? Wo soll ich denn jetzt Filmnachschub herbekommen? Amango hatte so einen tollen Presseaccount. Und nun werden mich nie wieder tolle Umschläge mit DVDs von Amango aus meinem Briefkasten heraus anlachen. Buhu…

Es gibt Filme, die muss man nur einmal schauen, um sie gesehen zu haben. Es gibt sehr viel weniger Filme, die man mehrmals gucken kann. Und es gibt diesen einen Film, den man einfach nie oft genug gesehen haben kann:

Selbst wenn man schon jede Zeile mitsprechen kann, verliert die wohl beste Parodie der Welt nichts von ihrer Komik, ganz im Gegenteil. Das lustige und geniale an dieser Parodie ist ja vor allem auch, dass sie sogar funktioniert, ohne das parodierte Original zu kennen. Es ist schon seltsam, aber ganz viele Kinder der 80er, wie ich, haben Spaceballs kennen und lieben gelernt, ohne überhaupt einen Star Wars-Film vorher gesehen zu haben.

Ebenfalls äußerst bemerkenswert: Spaceballs ist wirklich eine der wenigen deutschen Filmsynchronisationen, die auch im Vergleich mit dem englischen Original bestehen, ja, sogar besser sind als das Original. Was gerade bei der Übersetzung von Komik und Wortspielen eine wirkliche Meisterleistung ist. Möter, Lord Helmchen und der Saft sind sogar passender als mog, dark helmet und schwartz. Deshalb noch eine meiner Lieblingsszenen:

“Was ist denn das für ne eigenartige Szene? Wann ist die denn in dem Film überhaupt zu sehen?” – “Jetzt gerade. Das sehen sie jetzt gerade, Sir. Alles was jetzt gerade abläuft, passiert jetzt.” – “Ja und die Vergangenheit?” – “Die ist vorbei.” – “Seit wann?” – “Seit jetzt. Wir sind jetzt im Jetzt.” – “Zurück in die Vergangenheit.” – “Und wann?” – “Na jetzt.” – “Jetzt?” – “Jetzt.” – “Das geht nicht.” – “Wieso nicht?” – “Es ist vorbei.” – “Seit wann?” – “Seit jetzt.” – “Wann wird das damals eigentlich jetzt?” – “Schon bald.”

Also, ich fasse mich kurz, dieser Film ist genial, und man kann ihn einfach nicht oft genug sehen:

“Das Raumschiff ist zu groß. Würd ich langsam gehn, wär der Film vorbei.”

Da ich, wie bereits angekündigt, niemandem etwas aufzwängen will, was er nicht wissen möchte, habe ich jetzt wirklich ein Spoiler-Plugin runtergeladen. Ich will frei Schnauze und ohne Rücksicht auf verräterische Details meinen Eindruck vom neuen Batman-Film “The Dark Knight” kundtun, also wer sich gespoilert fühlen würde, einfach nicht auf “Zeigs mir” drücken.

Zeigs mir!

Heute der lang überfällig Eintrag zu Barbarella, dem most psychedelic movie ever!

Ein höchst erotisches Stück Science-Fiction, ganz im Stil seiner Zeit, nämlich 1968. Mit der wundervoll schusseligen Jane Fonda im pazifisierten Universum des Jahres 41.000. Und dem ersten Strip der Filmgeschichte in der Schwerelosigkeit, zusammen mit einem einfach grandiosen Titelsong:

Barbarella kämpft gegen den teuflischen Wissenschaftler Durand Durand – und ja, da hat die Band ihren Namen her. Der böse Wissenschaftler hat nämlich den positronic ray erfunden, mit dem er die Universumsoberherrschaft an sich reißen will, was natürlich nicht im Sinne der (free) love, peace ‘n’ drugs-Erdföderation ist. Außerdem hat er auch die excessive machine beziehungsweise das Orgasmatron erdacht, ein Folterinstrument, das seine Insassin durch eine Überdosis sexueller Lust in Jenseits befördert – und ihr könnt euch wohl denken, wer da reingesteckt wird.

Dieser Film wird einem immer in Erinnerung bleiben, er ist so wundervoll skurril und plump und psychedelisch und schusselig, es ist eine wahre Freude. Ein wunderschönes Stück Zeitgeschichte. Prädikat wertvoll!

Ein unglaublicher Film von Hellboy-Macher Guillermo del Toro, den ich gestern zum ersten Mal gesehen habe. Also nicht Guillermo del Toro, sondern den Film. Ich habe zum ersten Mal überhaupt den kompletten Film danach gleich noch einmal mit dem Audiokommentar des Regisseurs geguckt – ein Feature, das ich bisher als total überflüssig abgetan habe bei jeglicher Art von DVD. Vor allem der Faun hat es mir angetan… Auch wenn es im internationalen Titel PAN’s Labyrinth heißt, ist es nämlich eigentlich ein Faun (El laberinto del fauno). Verwirrenderweise wird in der deutschen DVD-Fassung im Vorspann zum DVD-Menü dann plötzlich ein Satyr aus dem Pan-Faun, was ja wieder etwas ganz anderes ist. Und das Ganze Verwirrspiel auch nur deshalb, weil im englischen Faun’s Labyrinth genauso klingen würde wie Fawn’s Labyrinth (fawn = Rehkitz). So oder so, ich bin vernarrt in diesen Faun.

Den offiziellen Trailer gab es ja hier schon vor ein paar Tagen zu einem Eintrag zu Hellboy II – The Golden Army. Deshalb hier ein kleines Feature zu Pan’s Labyrinth mit dem Titel Pan’s Creatures:

Grummel. Nachdem Ex-Kollege Felix schon Hellboy II – The Golden Army von Guillermo del Toro gesehen hat, bin ich jetzt echt heißt auf den Film. Aber in Deutschland müssen wir bis Oktober warten! Was für eine Qual. Was für eine Ungerechtigkeit! Ob der Film dann gut oder schlecht ist, ist mir ja gar nicht so wichtig, Hauptsache wieder den wirklich coolsten Superhelden überhaupt sehen. Und jeder der Hellboy kennt, muss zugeben, der Typ ist schon echt ma ne geile Sau (pardon der harschen Worte wegen, aber das trifft es nunmal).

Zur Feier des Tages deshalb gleich mal ein Hellboy II Trailer:

Und weil ich grade bei Guillermo del Toro bin, bin ich gleich auf den nächsten Film gestoßen, den ich unbedingt schauen muss – Pan’s Labyrinth:

So viele Filme und so wenig Zeit. Soviel Sand und keine Förmchen!

Nach langer Zeit habe ich endlich mal wieder einen Film am Tag seines Erscheinens gesehen: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull am 22. Mai. Viel wurde diskutiert, viel gelesen, viel gelobt, viel kritisiert. Nichtsdestotrotz war die Vorfreude natürlich groß bei kleinen und großen Indy-Fans. Und da ich ganz unverblümt meine Eindrücke schildern möchte, kommt jetzt der:

+++ SPOILER ALARM +++ ACHTUNG +++ SPOILER ALARM +++ ACHTUNG +++

Meine Meinung zum Film bleibt geteilt. Es waren Szenen darin, die wundervoll Indy-mäßig und komisch sind und glitzernd den Schein ‘alter Zeiten’ widerspiegeln. Die Szene im Treibsand, als Sidekick Shia LaBeouf aka Mutt Indy mit einer Schlange versucht aus dem versinkenden Grund zu ziehen, ist einfach traumhaft komisch. Don’t call it a snake, call it a rope! Apropos Sidekick: Shia LaBeouf macht sich ganz wunderbar, auch wenn er so auf den ersten Blick gar nicht ins Indiana-Jones-Universum passt. Die Zankereien zwischen Papa Indy, Mama Marion und Sohn Mutt passen ebenfalls wundervoll dazu, und Cate Blanchett als fiese Russen-Bitch im Kampf gegen kommunistische Kollektivameisen ist sowieso eine Augenweide. Die Szene, als Marion den Wagen der Indys in einen Abgrund steuert und zielgenau in einer Art Gummibaum landet, zeigt, wie schön man neue digitale Bildwelten selbst in alte Schinken wie Indiana Jones integrieren kann, ohne den Charme der Reihe zu zerstören.

Was leider nicht immer gelingt. Irgendwie bleibt der Gesamteindruck seltsam hölzern, oder eher, aus Plastik. Wie der seltsam billige Kristallschädel. Also wirklich, war beim Millionenbudget kein Kristallschädel drin, der wenigstens so aussieht wie einer, der auch wirklich auch Kristall ist? Der Schädel sieht aus wie aus einem Kaugummiautomaten. So sehen Kristallschädel aus (ja, die gibts wirklich, auch wenn man bis heute darüber diskutiert ob sie nicht eine Fälschung sind, ganz kurz gesagt):

Sinnbild für diese Filmwelt aus Plastik liefert der Film praktischerweise gleich selbst mit. Als Indy in dieser komplett künstlichen Plastkstadt mit künstlichen Plastikmenschen für einen Atombombentest umherirrt, drückt das genau das Gefühl aus, wie man sich im Kino manchmal vorkommt. Bevor sich Indy in den berüchtigten Kühlschrank verzieht wohlgemerkt – auch nicht gerade eine drehbuchschreiberliche Glanzleistung, wie sie einem echten Indiana Jones wert gewesen wäre.

Auch darüber hinaus bleiben viele Elemente des Films seltsam platt. Die Rätsel sind lahm, selbst das Gold und die Schätze in der ‘Stadt aus Gold’ wirken matt, unpoliert, unecht. Dreifachagent Mac ist so ein Paradebeispiel: Er ist wie ein Hund, den Indy hinter sich herzieht, weil er nicht weiß wohin damit. Die Figur bleibt so platt, dass man sich irgendwann wünscht, den Charakter würde früher das zeitliche segnen, aber anscheinend war er narrativ noch irgendwie vonnöten, um die Russen auf die richtige Fährte zu locken. Na und dann… Plastikaliens, oh, entschuldigung, interdimensionale Wesen? Irgendwie – passt das einfach nicht. Nicht zu Indiana Jones. Oder zumindest nicht in der Weise, wie es in diesem Film gemacht wurde. Irgendwie hat man das Gefühl, den Drehbuchschreibern wäre nichts mehr vernünftiges eingefallen, also wurde die Generalkeule ‘Außerirdische’ bemüht. Es lässt einen aber irgendwie unbefriedigt zurück, da Interdimensionalität und Archäologie à la Indiana Jones eben nur bedingt zusammenpassen.

Und dabei waren die alternden Professoren so ein tolles Thema, genauso wie die Thematik des kommunistischen Russlands versus kapitalistisches Amerika. Es hätte nur irgendwie besser umgesetzt werden können. We are now at that age, where more things are taken away from than given to us. Das erfährt auch Indy in seinem vierten Abenteuer auf eine schmerzhafte Art und Weise.

Trotzdem ist es immer noch tolles Popcorn-Kino, und schließlich sollte ja allein Indiana Jones aka Harrison Ford noch einmal in seiner Paraderolle für hartgesottene Indy-Fans als Legitimation reichen. Denn: For an old guy, you ain’t bad in a fight.