Endlich kam auch ich einmal dazu, Avatar zu sehen. Und weil der Film so polarisiert (was allein schon ein Qualitätsmerkmal ist, denn welche Produkte schaffen es heute noch, so die Gefühle aufzuwühlen, mögen sie positiver oder negativer Natur sein?), gebe ich hier mal meinen ganz persönlichen Senf dazu.
Der Film hat seine Schwächen. Was mich am meisten gestört hat, war eigentlich technischer Natur, und da ich den Film auf 3D im IMAX gesehen habe, kann ich bisher nicht auseinanderklamüsern, welche Mängel die Projektion eines Nicht-IMAX-Films auf einer IMAX-Leinwand verschuldet sind und welche dem Film an sich. Deshalb spreche ich mal nur für die IMAX-Projektion.
Die Untertitel! Wie kann man nur auf die Idee kommen, gelb-braune Untertitel auf grau-blau-dunkelgrünem Hintergrund zu verwenden? Die Untertitel sind doch dafür da, damit man sie auch lesen kann, und da verzichte ich gerne auf jeden künstlerischen Anspruch und ob die Schriftart und -farbe jetzt zum Film passt oder nicht, Hauptsache ich kann lesen was da steht. Das hat mich einfach unglaublich genervt, den ganzen Film über. Bei einer Leinwand wie im IMAX, die so groß ist, dass man ohnehin nicht das gesamte Bild im Blickfeld haben kann, und bei der man an die Stelle der Untertitel auch aktiv hinschauen muss (und dann aber nicht mehr sieht, was im Rest des Bildes passiert), gerade da muss man für Untertitel sorgen, die schnell und einfach lesbar sind. Auch weil nicht alles, was die Na’avi sagen, untertitelt ist, merkt man oft erst zu spät, dass jetzt die Untertitel erscheinen, aber bis man wirklich hinguckt und anfängt, die Buchstaben zu entziffern, sind sie auch schon wieder weg, worüber ich mich dann erstmal ärgere und was mich dann so unsanft temporär aus der Filmwelt hinausbefördert.
Was mich noch gestört hat, waren die für IMAX-3D einfach zu schnell geschnittenen Action-Sequenzen, besonders die Szene, als Jake zum ersten Mal als Avatar im Wald gegen diverse Kreaturen kämpft. Irgendwie kann ich die Bilder in 3D nicht so schnell verarbeiten wie sie geschnitten sind, und ich nehme dann nur noch einen völlig desorientierenden Bilderbrei wahr. Was sehr schade ist. Bei diesem Umstand weiß ich aber wiederum nicht, ob das an der Größe der IMAX-Leinwand liegt, oder wirklich ‘nur’ an dem 3D-Effekt. Entweder muss sich das Schnittempo der Filme in Zukunft meiner Meinung nach daran anpassen, ob der Film jetzt für 2- oder 3D gemacht ist, und der 3D-Film eine eigene Filmsprache entwickeln, die sich dann dementsprechend von der Machart eines 2D-Films unerscheidet. Oder, wer weiß, vielleicht passen sich ja mit der Zeit auch unsere Sehgewohnheiten an das neue Tempo an. Ein Mensch aus den 1920ern würde wohl auch von einer heutigen, ‘normalen’ 2D-Action-Sequenz total überfordert sein, sich desorientiert fühlen und nur noch einen Matsch aus Bild und Ton wahrnehmen. Das wird sich zeigen.
Auch seltsam: Ich hatte während großer Strecken des Films das unstillbare Bedürfnis, den Knopf an der Leinwand zu finden, mit dem man den Kontrast und die Farbsättigung hochdrehen kann. Die fahlen Farben hatten in der tristen Welt der Menschen ja ihre Berechtigung, aber während die bioluminiszierende Nachtwelt der Na’avi atemberaubend schön ist, fehlt es der Tagwelt irgendwie an Licht und Farbe. Ich hatte das Gefühl, gegen Ende des Films, als Jake den Toruk fliegt und sich die Stämme vereinen, wird auch die Farbigkeit besser, aber vielleicht habe ich mir das nur eingebildet. Vielleicht waren die plötzlichen Rot- und Gelbtöne auch einfach so auffällig in der Überzahl der Grün- und Blautöne. Oder selbst die Welt der Na’avi verliert unter der Unterdrückung und Okkupation der Menschen ihre Farbigkeit, und erst mit der Freiheit kehren auch die Farben zurück. Vielleicht ist aber auch einfach nur die IMAX-Projektion schlecht oder eine Birne im Projektor kaputt.
Ich sollte mir solche Filme vielleicht auch einfach nicht im IMAX, sondern nur in 3D anschauen – allerdings erliege ich immer regelmäßig den Verheißungen dieser enorm riesigen Leinwand. Aber ich werde ihn mir auf jeden Fall nochmal im Kino ansehen und dann auch nicht im IMAX, allein um den Unterschied zu sehen (und weil ich in zwei Wochen in Australien dann ja auch die Möglichkeit habe, gleich nochmal auf Englisch reinzugehen!).
Doch von der Form nun zum Inhalt: Ja, es ist eine Geschichte, die schon unzählige Male erzählt wurde. Das alte Thema vom Naturvolk, den noblen Wilden, das von den profitgierigen ‘Zivilisierten’ abgeschlachtet wird, obwohl sie die eigentlich zivilisierten sind, die noch im Einklang mit ihrer Umwelt leben. Diese Geschichte ist schon ein Urthema, das in tausenden Variationen immer wieder seine medialen Manifestationen findet. Das kann man dem Film zum Vorwurf machen – oder ihn als Märchen betrachten. Ein Märchen, das wir als Kind schon in- und auswendig kennen, und doch immer wieder hören wollen. Ja, diese Geschichte aus Avatar wurde schon so oft erzählt – aber selten so schön. Der eine kann ein Märchen eben besser erzählen als der andere, dieselbe Geschichte, dieselben Worte – und trotzdem grundverschieden. James Cameron kann es nunmal verdammt gut.
Obwohl manche Szenen vollgestopft sind mit stereotypen Dialogen, Bildern und Klischees, ist es die Kunst des Films, dass er trotzdem (und deswegen) funktioniert. Und wir uns dem Kitsch, der Romantik und dieser wundervollen Welt auch einfach mal hingeben können. Wieder Kind sein, wie Jake als frisch geborener Avatar als Baby, als Kleinkind durch diese neue Welt stolpern. Vergessen kannst, was vorher du gelernt. Bilder und Motive, die man schon tausend Mal gesehen hat, Sätze, die man schon tausend Mal gehört hat, wieder so wahrnehmen zu dürfen, als würde man sie zum ersten Mal hören. Was in einem anderen Film stören würde, passt sich hier in die Filmwelt ein – das schafft Avatar.
Pandora, die Welt der Na’avi, ist natürlich atemberaubend schön und fantastisch. In einer Kinolandschaft, wo sich die Fortsetzungen die Hand reichen und die immergleichen Welten aufgeschwemmt und recycelt werden, ist es einfach zum heulen schön, mal wieder in ein ganz neu erdachtes Universum einzutauchen, das so dicht und vollgepackt und stimmig, so faszinierend und phantastisch ist. Schaut man The Abyss, erahnt man schon ein wenig die leuchtende Welt der Na’avi, die stellenweise ebenfalls so wirkt, als sei sie unter Wasser – und man kann nachvollziehen, dass die Technik damals noch nicht so weit war, um Pandora zum Leben zu erwecken.
Zwei Themen in Avatar fand ich besonders schön: Kindheit und Geburt, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Unschuldig, aber auch dumm. Noch nicht erwachsen, noch nicht klug genug. Aber noch fähig, sich zu verändern und zu entwickeln, zu lernen, formbar. Die Menschen als Kinder, die plump “Wie ein Baby!” durch Pandora wackeln, bildlich am schönsten umgesetzt, wenn die Na’avi mit Menschen zusammen im Bild sind. Als Jake zum ersten Mal in seinem Avatar ist und durch dieses Krankenzimmer stolpert wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Jake, der als Avatar Grace wie ein Baby zum Baum trägt. Neytiri wiederum, die den kleinen Jake als Menschlein im Arm hält, und ihm eine Maske aufsetzen muss, um ihm am Leben zu erhalten. Die Nerven im Gehirn als Geburtskanäle. Die menschlichen Soldaten, die beim direkten Kampf mit den Na’avi plötzlich Spielzeugsoldaten in einem Kinderzimmer sind. Und wieder Jake, der am Ende des Films ganz vorhersehbar und folgerichtig seinen Geburtstag feiert und endlich (wieder)geboren wird.
Und was ich ganz einzigartig an diesem Film finde: Die Verbindug von archaischer Natur (und der mit ihr im Einklang lebender Kreaturen) mit dem Vernetzt-Sein des Internetzeitalters beziehungsweise die visuelle Umsetzung dieser Verbindung. Die Avatar haben praktisch einen USB-Anschluss im Zopf mit direkter Einklinkmöglichkeit zu anderen Kreaturen, zum Partner, zu den Ahnen und zur Natur an sich. Die Natur als bio-elektrisches Geflecht, ein Netzwerk mit Baumwurzeln als Gehirn, in das die Na’avi Informationen hoch- aber auch runterladen können. Natur als das ultimative Internet, Wald 2.0, und die Na’avi als die perfekt vernetzten Cyberkreaturen. Nie habe ich eine Verbindung zweier Thematiken gesehen, die rein rational betrachtet gegensätzlicher nicht sein könnten, aber visuell umgesetzt plötzlich so viel Sinn ergeben, auf einmal passt alles ganz selbstverständlich zusammen. Eine wahre Synthese, die sich im Namen des Films selbst wieder aufhebt. Der Avatar als virtuelle Cyberkreatur, aber auch als spirituelle Manifestation von Eywa, die ultimative Verlinkung zu allem.
Ich muss bei allem dazusagen, ich bin jemand, der sich sehr leicht in eine Filmwelt einsaugen und von ihr verzaubern lässt. Aber so schön, so emotional und vollkommen wie Avatar hat mich lange kein Film mehr in sein Universum mitgenommen.
…das lob ich mir. Da bekomme ich doch heute tatsächlich gesagt “Was, du magst Hugh Jackman? Hätte ich das gewusst, hätte ich dir aus dem Kino den lebensgroßen Wolverine-Pappaufsteller mitbringen können, ich arbeite doch da!”. Gnarg.
Aber wohl besser so. Sonst hätte ich angefangen diesen selbst als Pappabbild noch so hervorragenden Mann zu umarmen und wäre wohl wie Narziss vor seinem Spiegelbild in dieser Pose verhungert, weil ich nie wieder davon weggewollt hätte. Und man würde irgenwann mein ausgebleichtes Skelett noch in derselben Haltung finden, einen glänzenden Pappmann umarmend…
Achtung. Wer nichts über den Film wissen möchte, sollte nicht den Spoiler öffnen. Rein inhaltlich gibt es zwar ohnehin nicht viel zu spoilern (der Großteil wird ja doch schon die Bücher gelesen haben), aber wer sich gern zuerst seine eigene Meinung bilden möchte, dem will ich meine auch nicht aufzwingen.
Jede Literaturverfilmung eines Buches diesen Ausmaßes ist wohl schon vornherein zum scheitern verurteilt. Ein immer schon sinkendes Schiff, allein durch die Unterschiedlichkeit der Medien Buch und Film. Versucht man es den Leuten recht zu machen, die das Buch kennen, und packt jede wichtige Szene in den Film, verkommt der Film zu einer Aneinanderreihung von Schlüsselszenen. Was wiederum keinen sehr guten Film ergibt und zudem die Leute, die das Buch nicht gelesen haben, komplett im Dunkeln lässt.
Jetzt kann man aber durchaus unterscheiden, wie das Schiff sinkt. Ist es ein pompöser, mitreißender Titanic-Untergang, oder macht die Verfilmung einfach ein unspektakuläres, zähes ‘blubb’? Im Falle von Harry Potter and the Half-Blood Prince macht es jedenfalls leider in bisschen blubb. Klar, egal wie man ausgewählt hätte was es in den Film schafft, alle wichtigen Handlungsstränge hätte man nie untergebracht. Aber man hätte meiner Meinung nach durchaus eine bessere Auswahl treffen können. Etwas weniger Teenager-Liebe-Geblubber zum Beispiel, und mehr Fokus auf die Haupthandlung. Auch das nicht vorhandene Finale am Ende enttäuscht, während im Buch da ja endlich der große Kampf zwischen Hogwartianern und Death Eatern ausbricht. Nicht einmal Dumbledores Tod konnte mir eine Träne entlocken, und das, obwohl ich schon bei Filmen wie Australia heulen kann wie ein Schlosshund – und was bitte hätte sich emotionaler inszenieren lassen können als das Ende eines der Charaktere aus dem Buch? Stattdessen lässt der Film einen mit einem leeren und etwas schalen Gefühl der absoluten Nicht-Emotionalität zurück.
Und das, obwohl ich wirklich mit Körper und Geist vollkommen in der Filmwelt aufgehe, was jeder bestätigen kann, der schon einmal bei einer Gruselszene mit mir im Kino war (die Karo-Kino-Experience, besser als 3D!).
Also. Fazit: Das wäre besser gegangen. Man kann nur hoffen, dass durch das Aufteilen von Band 7 in zwei Filme das Schiff das nächste Mal wieder etwas majestätischer und würdevoller untergeht.
Der Sommer hat angefangen, und pünktlich dazu hat es bei uns gehagelt gestern. Ganz schön kalt! Passend dazu wiederum möchte ich zumindest einen der Kurzfilme unserer sehr erfolgreichen [ki'ta:so]-Kurzfilmtage präsentieren, aus der Kategorie Best Of/Retrospektive auf 5 Jahre [ki'ta:so]-Kurzfilmabende:
Fotos von unserem Event auf der Facebook-Eventseite – schee wars, Mädels! Danke an alle Gäste, Mitwirkenden und natürlich den Filmemachern. Macht weiter fleißig Filme, damit wir bald wieder einen [ki'ta:so]-Abend veranstalten können, wir haben schon erste Entzugserscheinungen im Team.
Ich habe schon überlegt ob und was ich zu diesem Film schreibe. Letztendlich habe ich mich aber dazu entschieden, ihn gar nicht zu kommentieren. Wieso? Weil ich leider nicht das Mindestmaß an Objektivität dafür aufbringen kann. Ich meine, hallooo, in dem Film springt ein nackter, nasser, muskel- und metallkrallenbewehrter Hugh Jackman aus einem Wasserbecken. Was sollte ich da noch sagen? Das wäre alles.
Da ich gerade wieder mitten in einem meiner zahlreichen Hugh-Jackman-Koller stecke (sorry, da müsst Ihr durch), habe ich heute ein bisschen auf Youtube gestöbert. Habe herausgefunden, dass Herr Jackman neben fantastisch aussehen und sehr charmant sein auch fantastisch singen kann. Habe herausgefunden, dass er dazu noch Journalismus studiert hat in Australien. Und habe zu guter letzt das hier gefunden, ein Outtakes-Reel vom zweiten X-Men-Film…
…das von Bryan Singer (dem Regisseur – wie jung ist der denn bitte?) angekündigt wird mit den Worten ” Hi this is Bryan Singer and welcome to our mutant special ON NBC GIGA“. NBC GIGA! Da stolpert man also in den unmöglichsten Momenten über seine eigene Vergangenheit. Dem Veröffentlichungsdatum des Films zufolge muss das etwas weniger als ein Jahr gewesen sein, bevor ich zu GIGA gekommen bin. Was bin ich neidisch auf den, der diesen Ansager am Anfang eingetütet hat, der war bestimmt auf einer Pressekonferenz zu X2, und wenn da Bryan Singer war, war Hugh Jackman sicher auch nicht weit. Seufz.
Das ist so grandios, das kann ich Euch keine Sekunde länger vorenthalten. Seit etwa vier Wochen gibts es für den Nintendo DS die 100 Classic Book Collection – absolut grandios! Auf einer einzigen Spielecartridge sind alle möglichen Klassiker der englischen Literatur versammelt. Keine Bücher ausleihen, keine schweren Schmöker schleppen, in denen der Primärtext 70 von 800 Seiten einnimmt. Das ist ja wie… ja, wie… iPod fällt zufällig in eine Anglistik-Bibliothek (die Texte sind zum Glück auch alle in Englisch). Und man kann sie überall mithinnehmen! Im Zug Sherlock Holmes lesen, um sich zwischendurch ein wenig Shakesspeare zu gönnen, und das ganze mit einer Runde Jules Verne abzuschließen. Toll! Ein bisschen Zukunftsluft schnuppern; ein kleiner Vorgeschmack auf ein Zeitalter, in dem sich Laptop, eBook, iPod und Handy auf einem Gerät vereinen, die ganze Welt ein einziges WLAN-Netzwerk ist und Bücher gleich digital auf Google Books erscheinen.
Apropos WLAN: Das tolle an der 100 Classic Book-Collection ist auch, dass sich über die WiFi-Connection noch mehr Bücher runterladen lassen, hat man die 100 mal gelesen. Ich glaube ich muss mir das sofort, umgehend, jetzt gleich bestellen. Auch wenn mein alter Nintendo DS der ersten Generation so ein mies beleuchtetes Display hat, dass man ihn bei Tageslicht nicht benutzen kann, aber das ist eine andere Geschichte. Und im Zug ist es sowieso meist ein wenig schummrig.
Wer sich dafür interessiert, das sind die 100 Klassiker: Zeigs mir!
1
Sense and Sensibility
Jane Austen
2
Pride and Prejudice
Jane Austen
3
Mansfield Park
Jane Austen
4
Emma
Jane Austen
5
Persuasion
Jane Austen
6
Northanger Abbey
Jane Austen
7
Jane Eyre
Charlotte Bronte
8
Shirley
Charlotte Bronte
9
Villette
Charlotte Bronte
10
The Professor
Charlotte Bronte
11
Dombey and Son
Charles Dickens
12
A Christmas Carol
Charles Dickens
13
A Tale of Two Cities
Charles Dickens
14
Martin Chuzzlewit
Charles Dickens
15
Ivanhoe
Sir Walter Scott
16
Rob Roy
Sir Walter Scott
17
Waverley
Sir Walter Scott
18
Othello
William Shakespeare
19
Hamlet
William Shakespeare
20
The Tempest
William Shakespeare
21
Merchant of Venice
William Shakespeare
22
What Katy Did
Susan Coolidge
23
What Katy Did At School
Susan Coolidge
24
Adventures of Tom Sawyer
Mark Twain
25
Adventures of Huckleberry Finn
Mark Twain
26
Wuthering Heights
Emily Bronte
27
Treasure Island
Robert Louis Stevenson
28
The Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde
Robert Louis Stevenson
29
Kidnapped
Robert Louis Stevenson
30
The Black Arrow
Robert Louis Stevenson
31
The Call of the Wild
Jack London
32
White Fang
Jack London
33
The Water Babies
Charles Kingsley
34
Westward Ho!
Charles Kingsley
35
Lord Jim
Joseph Conrad
36
Moby Dick
Herman Melville
37
Nicholas Nickleby
Charles Dickens
38
Last of the Mohicans
James Fenimore Cooper
39
Far From The Madding Crowd
Thomas Hardy
40
Under the Greenwood Tree
Thomas Hardy
41
Tess of the d’Ubervilles
Thomas Hardy
42
The Scarlet Letter
Nathaniel Hawthorne
43
Romeo and Juliet
William Shakespeare
44
Taming of the Shrew
William Shakespeare
45
Macbeth
William Shakespeare
46
Winter’s Tale
William Shakespeare
47
Much Ado About Nothing
William Shakespeare
48
Henry V
William Shakespeare
49
Little Women
Louisa May Alcott
50
Lorna Doone
R D Blackmore
51
The Tenant of Wildfell Hall
Anne Bronte
52
Agnes Grey
Anne Bronte
53
Sons And Lovers
D.H. Lawrence
54
Uncle Tom’s Cabin
Harriet Beecher Stowe
55
King Solomon’s Mines
Rider Haggard
56
Tales Of Mystery And Imagination
Edgar Allen Poe
57
Adam Bede
George Eliot
58
Mill on the Floss
George Eliot
59
Silas Marner
George Eliot
60
Middlemarch
George Eliot
61
The Picture of Dorian Gray
Oscar Wilde
62
Importance of Being Earnest
Oscar Wilde
63
The Woman in White
William ‘Wilkie’ Collins
64
The Moonstone
William ‘Wilkie’ Collins
65
Robinson Crusoe
Daniel Defoe
66
Adventures of Sherlock Holmes
Arthur Conan Doyle
67
The Casebook Of Sherlock Holmes
Arthur Conan Doyle
68
Oliver Twist
Charles Dickens
69
The Old Curiosity Shop
Charles Dickens
70
Great Expectations
Charles Dickens
71
Bleak House
Charles Dickens
72
Hard Times
Charles Dickens
73
Barnaby Rudge
Charles Dickens
74
David Copperfield
Charles Dickens
75
The Pickwick Papers
Charles Dickens
76
The Turn Of The Screw
Henry James
77
The Aspern Papers
Henry James
78
Cranford
Elizabeth Gaskell
79
Titus Andronicus
William Shakespeare
80
The Merry Wives of Windsor
William Shakespeare
81
Midsummer Nights Dream
William Shakespeare
82
Anthony and Cleopatra
William Shakespeare
83
Alls Well That Ends Well
William Shakespeare
84
Comedy of Errors
William Shakespeare
85
Richard III
William Shakespeare
86
Gulliver’s Travels
Jonathan Swift
87
Vanity Fair
William Thackery
88
Barchester Towers
Anthony Trollop
89
Black Beauty
Anna Sewell
90
Pilgrim’s Progress
John Bunyan
91
The Secret Garden
Frances Hodgson Burnett
92
Little Lord Fauntleroy
Frances Hodgson Burnett
93
Alice’s Adventures in Wonderland
Lewis Caroll
94
Through The Looking Glass
Lewis Caroll
95
Loves Labours Losts
William Shakespeare
96
Timon of Athens
William Shakespeare
97
King Lear
William Shakespeare
98
Julius Caesar
William Shakespeare
99
As You Like It
William Shakespeare
100
Twelfth Night
William Shakespeare
Eine Nebenbemerkung am Rande: Es ist hochinteressant zu sehen, wie im Moment (‘Hoch’-)Kultur und (Hochschul-)Bildung in alle Bereiche der Populärkultur wandern – da finden sich plötzlich literarische Werke auf einer Handheld-Spielekonsole, Hochschulvoträge auf dem mp3-Player dank dem Projekt iTunes U, und Uni im Kino macht den Lichtspielraum zum Hörsaal. Eine Demokratisierung und Mobilisierung von Bildung sozusagen. Toll!
Heute möchte ich mal zwei absolute Perlen des Kinos küren, die mir heute bei einem Gastvortrag unseres Instituts für Theater- und Medienwissenschaften der Uni Erlangen begegnet sind (“StimmKörper – Zur Synchronisation in Deutschland” von Gereon Blaseio).
Der erste Film bekommt den Preis für den besten Filmtitel: “Sartana – Noch warm und schon Sand drauf“. Der Titel ist so unsinnig und tiefgründig zugleich, dass man nicht weiß, ob man weinen oder lachen, sich vor Grauen schütteln oder vor dem Genie verbeugen soll, das diesem Titel innewohnt.
Ein Italo-Western übrigens, so zur Kontextualisierung des “noch warm”, und vor allem des “schon Sand drauf”.
Der zweite Film hat sich die Ehre der durchgeknalltesten und sinnlosesten Synchronisation aller Zeiten verdient. Wobei er auch bei der Kategorie “Kreativster Filmtitel” ein Top-Oscar-Anwärter wäre: “Schlitzohr und Schlitzauge – Der Dampfhammer von Send-Ling“.
Man beachte das hochgeistige Wortspiel mit Sendling, aber das versteht man erst wenn.. ach, seht selbst, das ist unbeschreiblich:
Eine Zeit lang wurde man ja mit Werbung für den Film geradezu überschüttet, und damals wollte ich Keinohrhasen schon unbedingt sehen. Deshalb musste ich ihn mir jetzt doch noch angucken.
Alles in allem, ein ganz wunderbarer Wohlfühlfilm, der sich sowohl für einsame Fernsehabende, zum gucken mit der besten Freundin, mit dem Partner oder auch mit der ganzen Famile (aber ohne Kinder) hervorragend eignet. Man sich nur erst an den oft ins comichaft überzeichneten Humor sowie die ebenso skurril überzeichneten Bilder gewöhnen. Das klappt bei den Bildern bereits mit der ersten Szene, in der ein herrlich durchgeknallter Jürgen Vogel als er selbst auftritt, beim Humor dauert das etwas länger. Aber spätestens wenn Til Schweiger in Kinderhor(s)t gesagt wird, er solle aufs Schneewitchen pinkeln und Rick Cavanian als Bildzeitungschef den ersten Ausraster hat, und allerspätestens wenn der Keinohrhase durch das Fischauge von Annas Wohnungstür guckt, hat man beschlossen, diesen Film eben zu lieben wie er ist. Was sowieso die Kernaussage des Films ist: Menschen, Hasen und Kinder so zu lieben, wie sie sind, mit ihren kleinen und großen Fehlern.
Was außerdem am Film auffällt, ist, dass Til Schweiger unglaublich schnucklige Kids im echten Leben hat, die auch so ziemlich die charmantesten Darsteller im Film sind (neben den anderen Kids, die sind alle wundervoll).
Was wiederum bei der DVD auffällt, ist die nicht enden wollende Selbstbeweihräucherung vom Herrn Schweiger, die einem in allen Bonusfeatures entgegenschreit. Klar, wer Regie, Drehbuch, Produzent und Hauptdarsteller macht, hat das in einer gewissen Weise auch verdient, aber ein etwas subtileres Eigenlob wäre hier angebracht gewesen.
So oder so, die Bilder sind toll und von einer grandiosen Farbigkeit, die Geschichte total süß mit der richtigen Mischung an Sex und Drama, der Film versprüht positiv den Charme eines nicht allzugroßen Budgets und Nora Tschirner muss man als hässliches Entlein einfach lieben. Und den Keinohrhasen sowieso. Deshalb zum Abschluss noch eine meiner Lieblingsszenen:
Letzte Woche war ich ja in der Verfilmung von Otfried Preußlers Krabat, deshalb tue ich doch hier endlich mal meine Impressionen kund. Der Film von Marco Kreuzpaintner fängt die dunkle, magische Atmosphäre des Romans sehr gut ein und ist dabei visuell eindrucksvoll – natürlich sieht man schon den Unterschied zwischen rumänischen Berglandschaften und solch hollywood-neuseeländischen wie aus Lord of the Rings, aber diese urtümlichen Aufnahmen gereichen dem FIlm nur zum Vorteil. Die Stimmung in der Mühle ist so, wie man sie sich in seinen gruseligsten Jugendträumen ausgemalt hat, und auch die digitalen Effekte sind sehr schön in ihrer düsteren Einfachheit.
Was mir gar nicht gefallen hat, war ein Großteil der schauspielerischen Darbietung und auch die Anlegung der Charaktere bereits im Drehbuch. Zum einen wirken nunmal neben einem schauspielerisch starken Daniel Brühl als Tonda und Christian Redl als der Meister alle anderen Darsteller wie eine einzige, charakterlose, fade Suppe. So gleichgestampft, dass ich die erste halbe Stunde nicht mal Robert Stadlober und David Kross auseinanderhalten konnte. Gerade Krabat kommt irgendwie nicht so ganz glaubhaft rüber, was sehr schade ist. Es wird ja ohnehin nicht viel geredet in dem FIlm, und gerade dann haben die wenigen Worte umso mehr Bedeutung. Und wenn diese Worte dann aufgesetzt wirken, ist es umso schlimmer. Abgesehen von den Schauspielern sind die Figuren aber auch ausnahmslos schon im Drehbuch so platt und eindimensional angelegt, dass sich ja sogar der erfahrenste Schauspieler damit rumplagen muss. Alle Figuren sind weniger Individuen als schwarz oder weiß gezeichnete Typen. Da gibt es überhaupt nicht diese interessanten Zwielichtigkeiten der Figuren im Roman – alle sind nur 100% böse oder 100% gut. Selbst wenn ein Charakter eine Entwicklung durchmacht, gibt es keine Abstufungen dazwischen, es springt dann von weiß auf schwarz, von gut auf böse – ohne Grautöne. Diesem Film fehlt es an interessanten Zwischentönen, die ihn über einen Jugendfilm hinausheben würden.
Dazu kommt leider, dass auch technisch irgendwas nicht ganz sauber ist (vielleicht lag das aber auch an dem Kino in dem ich den Film gesehen habe, aber das ist in einem Multiplex-Großkino doch sehr unwahrscheinlich). Die wirklich eindrucksvolle, schnell geschnittene Kampfszene relativ am Anfang flimmert leider so über die Leinwand, dass einem die Augen wehtun davon. So, als würde man einen Stream im Internet schauen, aber nur jeden fünften Frame überliefert bekommen weil die Bandbreite überlastet ist. Grauenhaft! Und dabei sah der Kampf wirklich toll aus, man hat ihn nur nicht wirklich gesehen leider. Auch am Sound gibt es Mängel. Wenn die Figuren etwas sagen, wirkt das nicht so, als würden sie es wirklich sagen – es wirkt eher so, als wäre der FIlm im Original auf Ungarisch gedreht und dann schlecht auf deutsch synchronisiert worden. Überspitzt formuliert, das ist wohl wahr, aber das ist so das Gefühl, das einem bleibt.
Trotzdem zolle ich dem Film meine äußerste Hochachtung, so ein großes Projekt als deutsche Produktion auf die Beine zu stellen und zu Ende zu führen. Es ist immer noch eine insgesamt sehr gelungene Literaturverfilmung, die auf der visuellen Ebene die Essenz des Romans einfangen kann. Einige Punkte sind zwar stark verbesserungswürdig, aber möge dem Film Erfolg widerfahren – ein erster Schritt hin zu mehr solchen Projekten, die den sonst üblichen Brei aus Hollywood in den Kinos etwas aufmischen können.