Diese Zeilen kann ich erst nach einem echten Kampf schreiben. Ich bin nämlich in der Heimat meines Herzens, und es schneit (das zumindest ist echt wundervoll), und Internet ist hier noch ein rares Gut in den Bergen. Nun haben wir ja hier zwar ein kostbares WLAN-Netz, das dem willigen Benutzer aber nur mit Widerwillen Eintritt gewährt. Ich meine, wer kam denn auf die grandiose Idee, dass der PC nicht automatisch eine IP-Adresse zugewiesen bekommt? Das ist dann nämlich (im Laiengebrauch, ich weiß das hat in der Profi-IT sicher hoffentlich irgendeinen Sinn) wie folgt:

ROUTER: Ja? Wer will eintreten?

LAPTOP: Ich, hier, Karolines Laptop, bitte bitte lass mich rein, mich kennst du doch schon vom letzten Jahr, bitte weis mir doch eine Adresse zu, damit ich bald drin bin.

ROUTER: Tut mir leid, du musst erst die Adresse erraten, die ich dir zuweisen würde, wenn ich schlauerweise so programmiert wäre. Mit anderen Worten, du kumst hier net rein! *besinnt sich ein österreichischer Router zu sein und verbessert sich* Du kimst do ned eini!

Argh. Ich meine, übertragen wir das doch mal ungerechtfertigterweise (ist das ein real existierendes Wort?) auf Menschenadressen, dann könnte mir der blöde Router doch zumindest die Straße verraten, und ich probiere dann alle Hausnummern durch. Aber nein, nicht mal der Ort, oder die Stadt, das Land, der Kontinent. Nicht eine Ziffer. Frechheit!

Zumindest tanzen draußen schöne dicke Schneeflocken an mir vorbei. Die schweben zwar wie das WLAN auch in der Luft herum, aber wollen wenigstens keine Ziffern von mir wissen bevor ich sie bewundern darf.

Ok, der Vergleich lahmt wie mein rechtes Knie, aber es ist ja auch schon spät. Morgen gibts was sinnvolleres, nämlich Fotos vom Krampuslauf heute! Krampus(s?)e rocken!

Meine frühere Arbeitsstelle und heimlicher Lieblingssender feiert Jubiläum! Ganze zehn Jahre hat GIGA jetzt bald auf dem Buckel, seitdem am 30. November 1998 der Fernsehzuschauer erstmals zum User wurde. Und damit die deutsche Fernsehlandschaft nicht mehr dieselbe war wie vor diesem historischem Datum. Ich zitiere aus der Original-Pressemitteilung von NBC zum Start von GIGA:

Am 30.11.1998 startet der Wegweiser in die digitale Zukunft bei NBC Europe (…) NBC GIGA hat eine Mission: Die Sendung wird das Internet zu einem Gemeinschaftserlebnis machen. (…) NBC GIGA ist Interaktion pur: Wer die Sendung sieht, ist nicht zum bloßen Zuschauen verdammt, sondern ist aktiver Bestandteil des Geschehens und Ideengeber, denn natürlich greifen die Netzreporter und Moderatoren die Anregungen und Tips aus der Community gerne auf. Kurz: Die NBC GIGA Community schafft sich selbst ihre digitale Zukunft. (…) Und so wird durch die Recherchen der Netzreporter und die Beiträge der User im Laufe der Zeit ein umfassendes und fundiertes Web-Kompendium für das Leben in der digitalen Zukunft entstehen. The Future is You – Create Your Future!

(…) Über die unmittelbar ins TV-Geschehen integrierte Hompage www.giga.de können die Zuschauer und die Mitglieder der Community direkt in den Verlauf der Sendung eingreifen und Themen unmittelbar begleiten und anregen. NBC GIGA ist die einzige TV-Sendung, die das Internet zum Star und “Hauptdarsteller” macht und sich zudem mit derselben Dynamik entwickelt. So, wie das Internet jeden Tag wächst und sich verändert, gehören Wachstum und Veränderung auch zum Prinzip von NBC GIGA.

Unglaublich, zehn Jahre sind nun überstanden, mit vielen Höhen und Tiefen. Was damals noch als die Revolution und Erfindung des digitalen, interaktiven Fernsehens gepriesen wurde, ist heute nichts mehr besonderes; kein Konzept also, das noch uniqueness bietet – jeder Popelsender betreibt inzwischen eine mehr oder weniger interaktive Webseite, und Interaktivität ist sowieso schon lange nur noch eine leere Phrase.  Aber mein Cheffe bei GIGA sagte schließlich, nach zehn Jahren in der Fernsehlandschaft hat man sich ein gewisses Existenzrecht erarbeitet. Von dem her wollen wir hoffen, dass GIGA auch für seine zweite Dekade eine Überlebensstrategie findet.

Am Sonntag gehts also auf nach Kölle, auf die Schäl Sick, die schäbigere schlankere Rheinseite. Und ich werde einen ultraschokoladigen Schokoladenkuchen backen. Mit einem großen G drauf.

Kultur? Die Muppet Show? Internet? Wie passt das denn zusammen. Unglaublich gut. Statler & Waldorf kommentieren nicht mehr von ihrer Theaterloge aus, sondern sitzen vor einem PC. Die Muppet-Figuren scheinen von irgendwem wieder zum Leben erweckt worden zu sein, und dass so perfekt, dass selbst der Charakter der Puppen noch derselbe zu sein scheint. Kostprobe?

Da performen dann auch die altbekannten Puppen altbekannte Melodien wie den “Blue Danube Waltz”:

Und am Ende wird dann kommentiert von Statler & Waldorf:

“That was terrible!” – “Horrendous!” – “I’m offended!” – “I’m appalled!” – “So what are we gonna do?” – “What else? E-mail it to everybody we know!” – “Good idea!”

Wunderbar! Die Essenz aller LOLSpam-Mails und Blogeinträge in wenigen Worten zusammengefasst. Mehr davon!