Tag Archive for Einkaufen

Heldenhaftes Ratespielchen (1)

Ich bastle mir gerade mein Kostüm für unsere Heldenparty, und da dachte ich mir, ich mache ein kleines Spielchen draus. Jedes mal, wenn ich etwas dafür kaufe, schreibe ich es hier in einem Post, und Ihr könnt versuchen, nur anhand der Einkaufsliste mein Kostüm zu erraten (wer es schon weiß: Nichts sagen!).

Rohr-Isolierung

Humbrol Buntlack, schwarz

Pinsel-Sortiment

Disco-Lightstick

Türpuffer, selbstklebend

Wackelaugen, 26mm rund

Biegepluesch, schwarz

Space Gun

Der Einfachheit halber sage ich noch dazu, dass der Buntlack und die Pinsel dafür gedacht sind, die Türpuffer schwarz zu machen. Und, schon eine Idee?

Krummes Ding

Die EU-Kommission hat ja letzten November bekannt gegeben, dass der Verkauf von Gemüse und Obst in Zukunft “unabhängig von Größe und Form” erlaubt ist – es dürfen jetzt also auch ‘unförmige’ Aprikosen, Artischocken, Spargel, Auberginen, Avocados, Bohnen, Rosenkohl, Karotten, Blumenkohl, Kirschen, Zucchini, Gurken, Zuchtpilze, Knoblauch, Haselnüsse in der Schale, Kopfkohl, Porree, Melonen, Zwiebeln, Erbsen, Pflaumen, Staudensellerie, Spinat, Walnüsse in der Schale, Wassermelonen und Chicoree verkauft werden (Hat jemand schon mal eine unförmige Haselnuss gesehen??). Um “unnötige Bürokratie abzubauen”, wie es in der Mitteilung der EU-Kommission so schön heißt. Hmm, mal sehen…

Diese 26 Sorten dürfen jetzt also verkauft werden – wenn sie denn entsprechend als unförmig gekennzeichnet werden (“um sie von den Erzeugnissen der Güteklassen Extra, I und II zu unterscheiden”). Es sei ja schließlich “sinnlos, einwandfreie Erzeugnisse wegzuwerfen, nur weil sie die ‘falsche’ Form haben”, so die zuständige Kommissarin Mariann Fischer Boel. Da kommt die EU ja früh drauf. Für zehn Obst-/Gemüsesorten (z.B. Äpfel, Tomaten, Erdbeeren) werden die EU-Normen übrigens erhalten bleiben. Und da frage ich mich – für 26 Sorten ist es erlaubt, für 10 Sorten nicht. Was ist mit den anderen Zillionen Gemüse- und Obstsorten? Es gibt doch nicht nur 36?? Na, bei den anderen gibt es bestimmt für jede eine 534-seitige Sonderregelung.

Apropos Gurken! Da habe ich doch letztens so eine Postkarte mitgenommen:

Gurken-Postkarte

Und tatsächlich: Da kaufe ich mir im Supermarkt eine Gurke, und es ist wirklich die krümmste Gurke die ich bisher  in meinem Leben in einem Geschäft gekauft habe. Ich weiß jetzt nicht, ob das auf dem Foto so gut rüberkommt, aber wirklich, sie ist schon ziemlich krumm für eine EU-genormte Verkaufsgurke:

Krumme Gurke

Und das ist eigentlich ziemlich seltsam, denn die EU-Regelung zum schiefen Gemüse tritt – “aus praktischen Gründen” – erst am 1. Juli 2009 in Kraft (Was bitte sind denn zum Beispiel ‘praktische Gründe’?? Das probier ich mal bei meiner nächsten Hausarbeit – “Aus praktischen Gründen konnte ich die Arbeit leider nicht zum vorgesehenen Termin abgeben…”). Irgendjemand bringt aber anscheinend schon sieben Monate zu früh unförmige Gurken auf den Markt. Skandal!

Die dunkle Seite der Weihnachtszeit

Unglaublich, kurz vor Weihnachten kehren manche Menschen echt ihre urübelsten Seiten hervor. In einem Copyshop in der Innenstadt werde ich zwar von einem sehr höfllichen und netten jungen Mann bedient, da kommt dieser Kompetenzsimulant von Chef und schnauzt mich blöde an weil ich etwas gefragt habe (ich darf ja keinen Rufmord betreiben, aber ich spreche nicht von Copy alpha und nicht vom Druckladen…). Der sollte sich von seinen Mitarbeitern mal ein Scheibchen abschneiden, wie man mit Kunden umgeht.

Kurze Zeit später stehe ich an einem Teeladen an. An beiden Kassen vor mir zwei Pärchen, die gerade Teegeschenkkörbe für ihre gesamte Verwandschaft zusammenstellen und einpacken lassen. Als sich schließlich die erste Frau von der Seite vor mich drängt, lasse ich das noch über mich ergehen, als sich dann aber eine andere Frau praktisch direkt vor mich stellt, sich nach einer Weile umdreht und fragt “Ach stehen Sie hier auch an?” reißt mir innerlich echt der Geduldsfaden. Was soll ich denn sonst hier machen, was für eine saublöde Frage?? Nein, ich stehe gerne mal einfach direkt vor einer Kasse in einem Teeladen weil mir sonst langweilig ist!?

Was sind das für arme Menschen, die trotz oder gerade weil es kurz vor Weihnachten ist nochmal unbedingt ihren Egoismus und Rücksichtslosigkeit zur Schau stellen müssen. Echt, schlimmer als im sprichwörtlichen Raubtierkäfig. Wie ein großer Zoo voller …. hm, mir will einfach kein Tier einfallen das so doof ist. Was ja leider auch auf die Menscheit in ihrer Gesamtheit zutrifft, ich zitiere aus der Filmkritik von Tobias Kniebe aus der Süddeutschen Zeitung vom 10. Dezember zu The Day The Earth Stood Still:

(…) Leider sitzen hier die Aliens, oder besser gesagt die Macher des Films, einem gewissen Denkfehler auf. Unser aktuelles Umweltproblem besteht ja darin, dass wir die Erde für uns selbst unbewohnbar machen – während das Ökosystem als solches uns locker überleben wird. Jede außerirdische Intelligenz könnte sich diesen Prozess der Selbstvernichtung in Ruhe anschauen und erstmal ein Bier aufmachen – Hektik ist nur für die Menschen angebracht. (…)

Edit: Na super – da geh ich wieder in besagten Copyshop um meine Auftragsarbeit abzuholen, dann ist da wieder ein sehr netter junger Mann, der mich vorbildlich behandelt, sich total viel Mühe gegeben hat und mir am Ende noch einen Schokonikolaus schenkt. Was soll ich denn jetzt über diesen Laden denken? Wie kann ein solcher Vollpfosten von Chef nur so nette und höfliche Mitarbeiter haben? Nun bin ich verwirrt.

Finde dein Gleichgewicht… Suche deine innere Mitte…

Manchmal habe ich ein zwanghaftes Ausgleichbedürfnis. Aber nicht so ein Balance-Gleichgewichts-Yoga-Ausgleichsbedürfnis, nein, eher so eins wie bei… Monk. So ein perfektionistischer Alles-Ausgleichszwang.

Ich gebe mal ein Beispiel. Vor dem Supermarkt. Drei Reihen mit Einkaufswägen. Eine fast voll, eine so halb, und an der dritten hängt gar kein Einkaufswagen mehr, sondern nur noch die leere Kette vorne am Geländer. Im Normalfall werde ich mich wie ferngesteuert mit meinem Wagen zum Geländer mit der leeren Kette begeben, obwohl das wesentlich schwieriger ist als den Wagen einfach vorne an einer der anderen beiden, vollen Reihen einzustöpseln. Besonders, weil die beiden vollen Reihen sich schon zur leeren Reihe hingeneigt haben und man fast nicht mehr durch kommt zum Geländer. Aber nein, ich muss das dann irgendwie zwanghaft ausgleichen, die Reihen irgendwie ein klein wenig mehr gleich lang machen. Monk würde wohl alle Wägen abkoppeln und dann neu reinparken, so dass drei exakt gleich lange Reihen enstehen.

Ganz so schlimm ist es jetzt bei mir nicht, aber ich hätte zumindest mal das Talent zum Monk-sein.

Pumas etwas kuriose Firmenphilosophie

Da habe ich mir vor einiger Zeit ein neues Sweatshirt von Puma gekauft, und da ich eine dieser Personen bin, die die Zettelchen an dem gerade gekauften Kleidungsstück auch wirklich durchlesen, war ich doch ein wenig amüsiert bei folgendem Anblick:

Außerdem tat Puma darauf noch seine “Corporate Message” kund…

So you’re interested in PUMA? Nice move. You’re obviously smart, confident and know what you want in life. Sure, you work hard, but you’re no slave to your race. You know the score. You call the shots. You make the most of your chances. So buy this, it suits you.

…sowie einen Kommentar zu “Sportlifestyle”:

PUMA has been in the Helps-You-Lool-Good™ business since 1948. We know what we’re doing. People in magazines wear this stuff. Fashion people, sporty people. People who don’t have to wear a suit everyday. So, we know it works.

Außerdem fanden sich noch diese Bildchen in den Zetteln:

Irgendwie schwer einzuordnen zwischen Arroganz und Selbstironie. Aber zumindest mal ein Zettel bei dem sich das lesen auf irgendeine Art und Weise gelohnt hat, auch wenn 96% der Leute wichtigere Sachen zu tun haben als diese Etiketten zu lesen.

Sommerschlussverkauf für Fortgeschrittene

Also manchmal macht das Leben schon komische Sachen mit einem. Da will ich eigentlich nur eine Trainigshose kaufen für die Knie-OP, die man komplett an der Seite aufmachen kann, via Reißverschluss oder Knöpfen. Beim ersten Versuch in der Stadt finde ich aber nur eine teure Adidas-Hose beim Kaufhof sowie eine noch teurere und hässlichere Hose bei Intersport. Stattdessen habe ich einen Strohhut, einen Bikini und eine karierte Hose in meiner Einkaufstüte.

An Tag zwei denke ich mir dann, Hey, du wohnst doch in Erlangen, fahr doch zum Adidas-Outlet-Store nach Herzogenaurach, ist ja nicht weit. Die haben bestimmt mehr Auswahl, und sind bestimmt billiger. Ich folge dem Schild Sport-Outlets, frage bei Adidas, nichts. Nicht eine einzige Hose, im ganzen Outlet-Laden. Ich solle doch mal weiter zu den anderen Outlets, einfach den Schildern folgen. Tatsächlich kommt da ein Schild “Weitere Outlets”, und ich befinde mich bei den Nike/Puma/Champion/usw. Outlets. Ich frage bei Puma, nichts (obwohl Puma echt tolle andere Sachen hatte, buhuuu). Bei Nike, nichts. Beim Hoffmann-Marken-Outlet haben sie dann endlich dieselbe Adidas-Hose wie schon an Tag eins beim Kaufhof, nur in schwarz statt in blau und um 12 Euro billiger, nämlich 38 statt 49 Euro. Doch oh je, keine mehr in Größe S. Da es Herrenhosen sind, geht Größe M mal gar nicht.

Also kaufe ich nach der Odyssey durch alle Sport-Outlets in Herzogenaurach in grummeliger Laune doch die allererste Hose vom Kaufhof. Zumindest hilft mir wer durch rauswinken beim Ausparken. Und ich hab ja noch meinen Strohhut und den Bikini. Ätsch.

Die Frage nach der Schnur

Immer wenn ich sie dringend brauche, habe ich keine zu Hause: Die Schnur. Doch wo ist die stinknormale Schnur heutzutage eigentlich hin? Möchte man wirklich einfach nur eine Schnur ohne einen bestimmten Zweck, fängt es schonmal damit an, dass man gar nicht weiß wo man denn eine kaufen kann. Schon in der Norma gegenüber bekommt man alles mögliche vom Sägeblätter-Set bis zum Moskitonetz mit leuchtenden Schmetterlingen, aber keine Schnur.

Sucht man weiter, findet man vielleicht eine Paketkordel, die fast so etwas wie eine normale Schnur ist, nur viel teurer. Dann gibt es noch Geschenkbänder, Bastschnüre und verschiedene andere Sonderschnüre im Bastelladen, die aber allesamt das Budget einer Normalschnur bei weitem übersteigen.

Liebe Schnurinustrie, ich möchte wieder eine Normalschnur haben, für die ich nicht erst drei Stunden in der Stadt suchen muss. Und die keine Sonderfunktionen und -ausstattungen hat, außer eine stinknormale Schnur zu sein.