Aus dem aktuellen Anlass, dass ich – sozusagen als Nebenwirkung meines Muskelaufbaus zwecks Knie-OP – gerade 20 Minuten lang in freudiger Verwunderung und ohne Probleme jede einzelne Hose aus meinem Kleiderschrank durchprobiert habe, die ich schon seit Jahren nicht mehr anziehen konnte, teile ich jetzt mal meine Erfahrungen mit dem Fast-Food-Königs des Fitnesswahns, nämlich McFit.

Zuerst einmal, was mich am meisten stört, ist das nach außen kommunizierte Motto “Einfach gut aussehen”. Dass Sport, ausgewogene Ernährung und Muskelaufbau vielleicht auch gut für die Gesundheit und das geistige Wohlbefinden sind oder auch Teil von Reha-Maßnahmen – keine Spur. In der Kommunikation der Kette nach außen wird genau das Klischee propagiert, das normale Menschen auch von solch einer Fitness-Institution haben, nämlich dass der Schönheits-, Schlankheits- und Jugendwahn über die Gesundheit gestellt wird.

Zum Glück ist das aber nur das, was nach außen zur Schau gestellt wird – und deshalb auch ein Kritikpunkt, der sich innerhalb der Benutzungsstrukturen wieder vollkommen relativiert. Ich kenne jetzt zwar nur das Studio in Erlangen, aber dort ist von einem übertriebenem Schönheitswahn jenseits der Vernunft nicht viel zu spüren, und das offizielle Motto auch nur ein paar Wörter auf Papier, die nicht viel mit der Realität zu tun haben – nur ein Motto eben.

Denn was einem für 16,90 Euro im Monat geboten wird, kann sich meiner Meinung nach echt sehen lassen. Klar, es gibts da jetzt keinerlei Kurse wie Yoga oder Arobic oder ausgedehnte Sauna-Wellness-Landschaften, man sollte sich schon selbst beschäftigen und motivieren können. Geht es einem aber um Ausdauer- und Krafttraining, steht bei McFit sogar die persönliche Betreuung einem sonst wesentlich teureren Fitness-Studio in nichts nach. Ganz im Gegenteil – sogar in einem Fitness-Studio, wo ich früher mehr als das doppelte gezahlt habe, kamen die Trainer nicht so oft zu mir und haben mir Geräte erklärt, mir Alternativen gezeigt, mich verbessert oder auch einfach nur Small-Talk gehalten.

Außerdem muss ich betonen, dass die Halle vielleicht leicht schäbig und lieblos aussieht auf den ersten Blick – dass aber alle Geräte, Umkleiden und Nassräume immer absolut sauber sind. Ok, die Dusche kostet 50 Cent, das finde ich auch einen kleinen Kritikpunkt, aber wenn man wie ich 50 Meter Luftlinie vom Studio entfernt wohnt, kann man das verschmerzen. Abgesehen von der erstaunlich guten persönlichen Betreuung bin ich außerdem ein absoluter Fan des McFit-Channel – überall in der Halle hängen Fernseher, auf denen dauernd irgendwelche Extrem-Sport-Videos von ziemlich verrückten Typen laufen, die zum Beispiel mit einem Off-Road-Einrad einen Berg runterrasen. Also genau das richtige für mich, ich bin ja bisher auch dem einen oder anderen Nervenkitzel und Adrenalinschub nicht abgeneigt gewesen (irgendwann schreibe ich mal über das Snowbike-Rennen, das ich gefahren bin). Dazu ist das McFit-Maskottchen (wortwörtlich) so Banane, dass es schon wieder irgendwie sehenswert ist.

Zusammengefasst, ich bin ziemlich begeistert. Für neureiche Großstädter, die auf Luxus stehen und eh nur wegen dem Society-Aspekt in die Wellness-Landschaft ihres Fitness-Studios gehen, nur um gesehen zu werden, ist McFit jetzt nicht das richtige. Wer Gruppenansporn braucht und damit Kurse besuchen möchte, auch nicht. Wem letztere zwei Punkte egal sind (und wer kein Problem damit hat, zuhause zu duschen), und Qualität, Sauberkeit und persönliche Betreuung schätzt, findet bei McFit wirklich ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis, 24/7.

5 Responses to “McFit: Gar keine Fast-Food-Mentalität”

  1. Sport Muskelaufbau says:

    Hab zeitweise auch dort trainiert und muss sagen: McFit ist besser als sein Ruf!

  2. Tobias says:

    Ich bin mit dem McFit hier auch sehr zufrieden :)

  3. Squall says:

    mal abgesehen davon dass die trainer keine besondere ausbildung haben und mein wissen, zumindest zum thema muskelaufbau und bb, das von denen übersteigt.

  4. crazykaro says:

    Sonst könnte mans auch wohl nicht für 16,90 € anbieten. Wenn man selbst gut informiert ist, ist das ja kein Problem – für Fachwissen frage ich meinen Physiotherapeuten, und nur um beantworten zu können wie man Geräte bedient und Smalltalk zu halten, dafür brauche ich keinen der Sport studiert hat ; )

  5. Ronk says:

    wow :-) cooler artikel

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