Heute einmal etwas unnützes Wissen aus dem Land der aufgehenden Sonne: Aus Japan kommen ja so viele tolle Sachen – Sushi, Kois, Mangas, Nintendo, und natürlich Hello Kitty und die Winkekatze. Letzteren beiden wollen wir einmal genauer auf die Pfoten schauen.
Wer schon einmal bei einem Asiaten zu Essen war oder in einem Asia-Shop exotische Spezialitäten gekauft hat, dem dürfte sie sicher schon einmal begegnet sein – die “Winke”Katze.
Sie heißt auf japanisch Maneki Neko und sie winkt vor allem gar nicht, auch wenn das für westliche Gemüter so aussieht. Vielmehr macht sie genau das Gegenteil: Sie winkt nicht im Sinne von “Auf Wiedersehen”, sondern sie lockt oder winkt herbei – im Englischen könnte man “beckoning cat” sagen. Das Missverständnis beruht darauf, dass die Geste für “herbeiwinken” in Japan genauso aussieht wie bei uns das Tschüss-Winken, während in westlichen Kulturen die Geste für “herbeiwinken” ja genau andersherum ist – also Handrücken nach vorne und dann die Finger anwinkeln (wir haben irgendwie kein gutes Wort für diese Geste). Deshalb gibt es inzwischen auch schon Maneki Nekos, die für den Export in westliche Länder mit dem Hand- oder eher Pfotenrücken nach vorne dargestellt werden.
Klassischerweise wird die Maneki Neko in Läden gestellt, um Kunden herbeizulocken und einzuladen in den Laden, sie soll Glück und Reichtum bringen. Inzwischen hat sie sich aber zu einem Symbol für Glück auch außerhalb der Geschäftswelt gemausert und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Es gibt sie in allen möglichen Formen, Farben, mit unterschiedlicher Körperfülle, Acessoires und Gesten. Den schönsten Überblick über die unterschiedlichen Bedeutungen der süßen Miezen habe ich HIER gefunden.
Aber wie enstand eigentlich die Legende um die Maneki Neko? Es ranken sich viele unterschiedliche Geschichten um die Entstehung der “Lucky Cat”, aber die gemeinhin bekannteste ist (stark gekürzt, in eigenen Worten) die folgende:
In einem Tempel der Edo-Zeit (ca. 17. Jahrhundert) lebte ein sehr armer Priester in einem Tempel. Er hatte eine Katze mit dem Namen Tama, für die er trotz seiner so ärmlichen Verhältnisse immer sorgte. An einem Abend herrschte ein starkes Gewitter, es war grausig kalt, den Priester überfiel schreckliche Verzweiflung, und er weinte bitterlich. Tama wusste nicht, was sie tun sollte, und setzte sich an den Eingang des Tempels, um sich erst einmal ganz nach Art der Katzen zu putzen.
Zur selben Zeit suchte ein sehr reicher Mann unter einem großen Baum in der Nähe des Tempels Schutz vor dem tobenden Gewitter. Da sah er durch den strömenden Regen die sich mit den Pfoten das Gesicht putzende Katze, und er konnte sich nicht helfen, aber es sah für ihn so aus, als würde ihn die Katze zu sich winken. Er war so verwirrt von der heranwinkenden Katze, dass er dem winken folgte und zum Tempel ging. In dem Moment schlug ein furchtbarer Blitz just in dem Baum ein, unter dem der reiche Mann gerade noch gestanden hatte. Der Baum ging in Flammen auf, und der Stamm zerbarst in viele brennende Stücke.
Der reiche Mann war so dankbar für sein Leben, dass er den Priester in dem Tempel reich beschenkte, und er brachte viele seiner reichen Freunde zum Tempel, in dem der Priester mit seiner Katze Tama bald in Glück und Wohlstand leben konnte. Nach ihrem Tod bekam die Katze ein steinernes Denkmal, dargestellt mit erhobener Pfote – der Geste, mit dem sie dem reichen Mann das Leben gerettet und ihren Priester von der bitteren Armut befreit hatte. Darauf begannen sich viele Leute ebenfalls eine Maneki Neko in ihr Heim und ihre Läden zu stellen.
Und was hat das nun mit Hello Kitty zu tun? Naja, “Hello Kitty” ist angeblich nur eine allzu wörtliche Übersetzung von “Maneki Neko” – was ja in etwa “Welcoming Cat” bedeutet. Und die Ähnlichkeit ist ja auch nicht zu übersehen:


Für die ganz speziellen Fans von Hello Kitty gibt es übrigens in Japan ein Kostüm für die eigene Katze, für rund 160$. Mit Videoanleitung. Das sieht dann so aus:
Also, wenn ihr das nächste Mal mit dem Schwarm beim Japaner seid, habt ihr auf jeden Fall so einiges zu erzählen, wenn da eine Winkekatze rumsteht. Und spätestens das Hello Kitty Kostüm wird dem Angebeteten/der Angebeteten mächtig imponieren!







Auf humannews.de gibt es die niedliche Winkekatze als kostenlose animierte E-Card. Einfach mit einem persönlichen Gruß versehen und an Menschen schicken, die einem am Herzen liegen. Sechs Motive stehen zurzeit zur Auswahl: Peace, Luck, Happiness, Love, Joy und – natürlich – Health. Fortsetzung folgt.
Hallo crazykaro, sehr gut geschriebener Artikel! Allerorten ist immer wieder mal von der “chinesischen” Winkekatze die Rede; da freue ich mich sehr, wenn sich jemand die Mühe macht und vor dem Schreiben gut recherchiert.
Die namii-Site ist wirklich gut gemacht. Bei mir geht’s etwas weniger bunt zu, dafür aber auch mit einer – wie ich finde ^^ – guten Übersicht der unterschiedlichen Bedeutungen (unter anderem): http://winkekatze.info/formen-und-farben-der-winkekatze/
Beste Grüße, Winkekatze